Justiz und NS-Verbrechen Bd.XXXI

Verfahren Nr.694 - 701 (1968 - 1969)

Prof. Dr. C.F. Rüter, Dr. D.W. de Mildt
© Stichting voor wetenschappelijk onderzoek van nationaal-socialistische misdrijven, Amsterdam

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Lfd.Nr.701a LG Stuttgart 13.03.1969 JuNSV Bd.XXXI S.697

 

Lfd.Nr.701a    LG Stuttgart    13.03.1969    JuNSV Bd.XXXI S.697

 

Ks 22/67

 

Im Namen des Volkes

 

 

Strafsache gegen

 

1. den Lagerarbeiter - früher SS-Sturmbannführer - Hans Friedrich Soh. 407, geboren am 15.9.1907 in Illingen/Saar, wohnhaft in Backnang, verheiratet,

2. den Auslandskorrespondenten - früher SS-Hauptsturmführer - Fritz Otto Karl Zie. 408, geboren am 24.8.1902 in Schneidemühl, wohnhaft in Hamburg-Volksdorf, verheiratet,

3. den Kriminaloberkommissar - früher SS-Hauptsturmführer - Walter Ernst Helfsgott 409, geboren am 11.1.1911 in Barschdorf, Kreis Liegnitz, wohnhaft in Düsseldorf, verheiratet,

4. den Herrenschneider Fritz Karl Kir., geboren am 2.4.1908 in Berlin, wohnhaft in Berlin, verheiratet,

 

wegen Beihilfe zum Mord.

 

Das Schwurgericht in Stuttgart hat in den Sitzungen vom 9.12., 11.12., 12.12., 16.12., 19.12., 20.12., 30.12.1968, 3.1., 7.1., 8.1., 9.1., 13.1., 16.1., 20.1., 23.1., 30.1., 6.2., 13.2., 20.2., 24.2., 27.2., 3.3., 10.3. und 13.3.1969, am 13.3.1969 für Recht erkannt:

 

1. Der Angeklagte Soh. wird wegen fortgesetzter Beihilfe zum Mord an mindestens 280 Menschen zu 4 Jahren Zuchthaus, der Angeklagte Zie. wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 30 Menschen zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus verurteilt.

2. Die Angeklagten Helfsgott und Kir. werden freigesprochen.

3. Die Angeklagten Soh. und Zie. haben die Kosten des Verfahrens einschliesslich ihrer notwendigen Auslagen zu tragen. Die hinsichtlich der freigesprochenen Angeklagten Helfsgott und Kir. entstandenen Kosten werden einschliesslich der notwendigen Auslagen dieser Angeklagten auf die Staatskasse übernommen.

 

 

407 Rechtskräftig hins. Soh. durch Urteil des BGH vom 17.8.1971, 1 StR 462/70, Lfd.Nr.701b, mit der Massgabe, dass an die Stelle der verhängten Zuchthausstrafe eine Freiheitsstrafe von gleicher Dauer tritt und dass dem Angeklagten für die Dauer von fünf Jahren die Fähigkeit aberkannt wird, öffentliche Ämter zu bekleiden.

408 Rechtskräftig hins. Zie. durch Urteil des BGH vom 17.8.1971, 1 StR 462/70, Lfd.Nr.701b, mit der Massgabe, dass an die Stelle der verhängten Zuchthausstrafe eine Freiheitsstrafe von gleicher Dauer tritt und dass dem Angeklagten für die Dauer von fünf Jahren die Fähigkeit aberkannt wird, öffentliche Ämter zu bekleiden.

409 Siehe auch Verfahren Lfd.Nr.606.